Frank Zappa

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DocFederfeld
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Frank Zappa

Beitrag von DocFederfeld » Sa 26. Feb 2011, 22:01

Ich als Bisher-Fast-Gar-Nichts-Kenner eröffne jetzt mal einen Frank Zappa-Thread.

Ich habe in den letzten Wochen ein paar Aufnahmen bei Dime heruntergeladen und auch die DVD "The Torture Never Stops" gekauft und angesehen und ich möchte einfach wissen: Was ist denn daran toll :?:

Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, ob ich das jetzt wahnsinnig genial finden soll, was ich gehört habe, oder ob Zappa nicht eher der meistüberschätzte Musiker aller Zeiten ist. Derzeit tendiere ich zu letzterem.

Die Instrumentalpassagen gefallen mir überwiegend, aber ich fühle mich dabei sehr stark an Phish erinnert, die das tausend Mal besser spielen :!: Die Texte sind vielleicht vor 40 Jahren provokativ gewesen, bewegen sich aber überwiegend unter der Gürtellinie und erinneren eher an den Fäkalhumor eines Kindergartenkindes.

Und überhaupt erinnert mich der Gesang leider schrecklich oft an Rap (klar war später, genau wie Phish, heisst aber nicht, das es mir plötzlich gefällt, nur weil der Meister Zappa dran beteiligt war).

Help :roll:


BBQ.Master
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von BBQ.Master » Sa 26. Feb 2011, 22:54

DocFederfeld hat geschrieben:Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, ob ich das jetzt wahnsinnig genial finden soll, was ich gehört habe, oder ob Zappa nicht eher der meistüberschätzte Musiker aller Zeiten ist. Derzeit tendiere ich zu letzterem.


Exakt! Zappa halte ich auch für vollkommen überschätzt - und extrem selbstgefällig.
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SOON
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von SOON » So 27. Feb 2011, 17:01

Ob über- oder unterschätzt wird wohl, je nach Standpunkt, nicht zu klären sein aber auf jeden Fall gibt es keinen vergleichbaren Künstler.
In den gut 25 Jahren seiner aktiven Musikerlaufbahn stellte Zappa ca. 40 Studioalben fertig.
Dabei arbeitet er mit über 300 Elitemusikern, Chören, Sinfonieorchestern, Ensemblen zusammen, förderte überdies Nachwuchskünstler.
Sein musikalisches Spektrum umfasste Rock, Avantgarde, Klassik und Jazz was die Urteilsfähigkeit normaler Rockfans bei Weitem übersteigt.
Er war Komponist, Arrangeur, Produzent, Multiinstrumentalist, Regisseur und Songwriter.
Er hatte seit 1963 ein eigenes Homerecording Studio, managte sich selbst, verlegte seine Platten selbst, erdachte Bühnenshows und Comedyeinlagen und plante Tourneen selbst.
Durch diese Eigenständigkeit kam es nie zu künstlerischen Kompromissen.
Daneben betätigte er sich nicht nur als Gesselschaftskritiker sondern war auch politisch aktiv und unterhielt seine eigenen Plattenlabel, Zappa Records, Straight, Discreet, Barking Pumpkin Records und was weiß ich noch alles.
Ob einem die Musik (welche nicht für Hinz und Kunz gedacht ist) gefällt oder nicht, von einem solchen Lebenswerk kann man durchaus beeindruckt sein.
Ich denke, wäre er nicht zu früh gestorben, hätte er es noch zum US Präsident gebracht. ;)
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Fragile
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von Fragile » So 27. Feb 2011, 19:27

Dem Statement von SOONY ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Ich denke auch, dass ohne Musiker wie die Beatles, Brian Wilson, Jimi Hendrix und auch Zappa sich die Rockgeschichte etwas anders oder vielleicht auch gar nicht gewandelt hätte. Wahrscheinlich würden wir immer noch Rock 'n' Roll hören und auch unsere Helden wie Yes würden immer noch Musik wie auf den jeweiligen Debütalben machen und wären nicht so abenteuerlustig gewesen.
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Quiet
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von Quiet » Sa 5. Mär 2011, 18:33

Um sich eine Meinung über Zappas Musik bilden zu können, muss man eigentlich fast alle Werke kennen, da sich seine Platten voneinander sehr stark unterscheiden.Und das ist es was ich vor allem an Zappas Musik schätze, unglaublicher Reichtum an Musikalischen Ideen,enorme mannigfaltikeit und die Virtuosität, mit der er mit verschiedenen Musikrichtungen jongliert.Die meisten Menschen , die ich kenne, halten ihn für einen Verrückten und seine Musik für ungenießbar, ich finde die Musik von Zappa einfach köstlich...........

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JJG
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von JJG » Sa 5. Mär 2011, 18:47

Quiet hat geschrieben:Um sich eine Meinung über Zappas Musik bilden zu können, muss man eigentlich fast alle Werke kennen, da sich seine Platten voneinander sehr stark unterscheiden.Und das ist es was ich vor allem an Zappas Musik schätze, unglaublicher Reichtum an Musikalischen Ideen,enorme mannigfaltikeit und die Virtuosität, mit der er mit verschiedenen Musikrichtungen jongliert.Die meisten Menschen , die ich kenne, halten ihn für einen Verrückten und seine Musik für ungenießbar, ich finde die Musik von Zappa einfach köstlich...........


Volle Zustimmung, der Mann lässt sich in keine Schublade stecken.
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SOON
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von SOON » So 6. Mär 2011, 10:53

JJG hat geschrieben:
Quiet hat geschrieben:Um sich eine Meinung über Zappas Musik bilden zu können, muss man eigentlich fast alle Werke kennen, da sich seine Platten voneinander sehr stark unterscheiden.Und das ist es was ich vor allem an Zappas Musik schätze, unglaublicher Reichtum an Musikalischen Ideen,enorme mannigfaltikeit und die Virtuosität, mit der er mit verschiedenen Musikrichtungen jongliert.Die meisten Menschen , die ich kenne, halten ihn für einen Verrückten und seine Musik für ungenießbar, ich finde die Musik von Zappa einfach köstlich...........


Volle Zustimmung, der Mann lässt sich in keine Schublade stecken.


Genau meine Meinung, jeder kennt den Namen Frank Zappa aber nur die wenigsten haben sich, ähnlich wie bei den Stones, wirklich mit ihrem Werk auseinandergesetzt.
Zappa muss als Gesamtkunstwerk beurteilt werden.
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Fragile
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von Fragile » So 6. Mär 2011, 15:54

Ich kenne zwar nicht sein wirklich gesamtes Werk, aber kann über ihn wirklich nichts schlechtes sagen. Was der Mann alles draufgehabt hat, da können nur wenige mithalten (SOONY hat ja das meiste schon aufgezählt). Ich bevorzuge allerdings seine Liveaufnahmen ("Roxy & Elsewhere", "Best Band You Never Heard In Your Life", etc.)

Und wer meint, Zappa sei selbstgefällig gewesen, müsste auch das selbe über Robert Fripp, Miles Davis, Roger Waters und andere musikalische Genies sagen.
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von BBQ.Master » So 6. Mär 2011, 17:16

Fragile hat geschrieben:Und wer meint, Zappa sei selbstgefällig gewesen, müsste auch das selbe über Robert Fripp, Miles Davis, Roger Waters und andere musikalische Genies sagen.


Das bestreitet auch niemand, aber bei Fripp ist es z. B. so, dass er ein ausgezeichneter Bandleader ist, auch wenn er komplett das Sagen hat und sozusagen ein Diktator ist. Er bringt seine Mitmusiker allerdings dazu, Höchstleistungen zu erbringen. Bei Waters war es genau das Gegenteil - und die Band zerbrach am Ende (allerdings auch wegen den anderen).

Bei Zappa hingegen habe ich immer das Gefühl, dass er die Musik mitunter nur gemacht hat, um zu zeigen, wie toll er das doch konnte.
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Re: ZAPPA, Frank

Beitrag von Fragile » So 6. Mär 2011, 23:55

BBQ.Master hat geschrieben:bei Fripp ist es z. B. so, dass er ein ausgezeichneter Bandleader ist, auch wenn er komplett das Sagen hat und sozusagen ein Diktator ist. Er bringt seine Mitmusiker allerdings dazu, Höchstleistungen zu erbringen.


Und genau so war es bei Zappa auch. Wobei er die Sache wohl etwas lockerer und unverkrampfter als sein britischer Kollege anging. Zappa hatte hatte eine Menge Humor und nahm sich öfters auch selbst auf die Schippe. Etwas, das mir bei Fripp weitestgehend fehlt, obwohl ich auch seine Musik sehr gerne mag. Aber da brauchte es wohl erst einen Adrian Belew, der die Stimmung bei KC etwas auflockerte.

Ach, und so schließt sich der Kreis, denn der gute Adrian ist ja auch ein ehemaliger Zappa-Mitstreiter:

[youtube]aFIMWRXWY90[/youtube]
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