MAGMA

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MAGMA

Beitrag von nixe » Do 22. Okt 2015, 08:18

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Bild

Allgemeine Informationen:
Genre Zeuhl
Gründung 1969
Website seventhrecords.com
Gründungsmitglieder:
Schlagzeug, Gesang Christian Vander
Gesang Stella Vander
E-Bass Laurent Thibault
Keyboards Eddy Rabbin
E-Gitarre Claude Engel
Gesang René Garber
Aktuelle Besetzung:
Schlagzeug, Gesang Christian Vander
Gesang Stella Vander
Gesang Isabelle Feuillebois
Gesang Hervé Aknin
Keyboards Bruno Ruder
Vibraphon, Keyboards Benoît Alziary
Gitarre James Mac Gaw
E-Bass Philippe Bussonet
Tschüß
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Do 22. Okt 2015, 09:36

Magma ist eine 1969 gegründete französische Progressive-Rock-Band. Die Band hat das Genre des Zeuhl begründet und trug viele Texte in der Kunstsprache Kobaïanisch vor. Diese Sprache wurde zudem zum wichtigen Stilmerkmal des Zeuhl.
Bild
https://de.wikipedia.org/wiki/Magma_%28Band%29
Werdegang:
Gründung und klassische Phase (1969 bis 1984)

Magma wurde 1969 vom Schlagzeuger Christian Vander (* 21. Februar 1948) gegründet. Zur kurzlebigen Gründungsbesetzung zählten auch Stella Vander (* 12. Dezember 1950; Gesang), Laurent Thibault (E-Bass), Eddy Rabbin (Keyboards), Claude Engel (E-Gitarre) und René Garber (Gesang) sowie eine von Teddy Lasry geleitete Bläsergruppe aus der Band von Johnny Hallyday.

Das erste Album, Magma, wurde dann im April 1970 von der Besetzung Christian Vander, Engel, Lasry, Francis Moze (E-Bass), François Cahen (Piano) und Klaus Blasquiz (Gesang) eingespielt, verstärkt durch die Bläser Richard Raux und Alain Charlery, die für das zweite Album durch Yoch'ko „Jeff“ Seffer und Louis Toesca ersetzt wurden. Diese Besetzung blieb bis Sommer 1972 relativ stabil; als Bassist spielte zeitweise Jacques Vidal mit.

Die Musik von Magma wird von der Rhythmusgruppe um Christian Vander dominiert, die von E-Piano und Bläsern unterstützt wird. Im Laufe der Bandentwicklung blieb die Gruppe dieser Klangmischung treu, der Gesangspart entwickelte sich dabei immer mehr in Richtung Chorgesang, so dass gleichzeitig bis zu sechs Sängerinnen und Sänger beteiligt waren. Die Besetzung der Band hat sich somit oft verändert. Praktisch auf jedem Album unterschied sich die Besetzung mehr oder weniger stark von der der vorherigen Veröffentlichung. Die einzigen personellen Konstanten waren und sind Stella und Christian Vander, dessen Schlagzeugstil bis heute die meisten Stücke dominiert, der die meiste Musik komponiert hat und der auch häufig als Sänger in Erscheinung trat.

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre entstanden in rascher Folge fünf Alben. Die beiden ersten Magma-Alben, Magma (1970) und 1001° Centigrades (1971), waren dabei noch stärker am Jazz ausgerichtet, die Kompositionen wurden noch von verschiedenen Bandmitgliedern beigesteuert. Erst mit dem dritten Album Mekanïk Destruktïw Kommandöh (1973) begann Christian Vander, das Songwriting zu dominieren.

Moze, Cahen, Lasry, Seffer und Toesca verließen 1972 die Band, es stießen die Keyboarder Jean-Luc Manderlier und Gérdard Bikialo, und der Bassist Jean-Pierre Lambert zur Band hinzu, die in Zukunft allerdings dennoch mit wechselnden Besetzungen auftrat, da die neuen Musiker auch in anderen Projekten engagiert waren. Auch René Garber (Gesang, Klarinette), der bereits zur Erstbesetzung gehört hatte, war wieder an Aufnahmen beteiligt. Im ersten Halbjahr 1973 stieß der Gitarrist Claude Olmos zur Band hinzu, der etwa ein Jahr lang bei Magma blieb und der auch auf Mekanïk Destruktïw Kommandöh zu hören ist.

Die Alben Wurdah Ïtah (1974, eigentlich ein Vander-Solo-Album) und Mekanïk Destruktïw Kommandöh bilden mit dem Stück Theusz Hamtaahk die Trilogie Theusz Hamtaahk. Eine zweite Trilogie aus den Alben Köhntarkösz (1974, mit Gitarrist Brian Godding), K.A (2004) und Ëmëhntëhtt-Rê wurde 2009 fertiggestellt.

Kennzeichnend für Magma wurden also ausufernd lange Kompositionen. Das Album Mekanïk Destruktïw Kommandöh von 1973 etwa, ein zentrales Werk der Gruppe, stellt eine einzige zusammengehörige Komposition dar, auch wenn es in verschiedene Abschnitte unterteilt ist. Ähnlich verhielt es sich mit dem Album Köhntarkösz von 1974. Im Jahr 1975 stellte Magma auf einer Live-Doppel-LP unter Beweis, dass die komplexen, bis zu 40 Minuten langen Stücke auch live spielbar waren. Das Cover des Albums Attahk von 1977, das musikalisch getragener, streckenweise fast schon sakral erscheint, entwarf H. R. Giger.

In diesen Jahren, seit 1975, hatte sich die Band wieder stabilisiert, dauerhafte Mitglieder neben Stella und Christian Vander und Blasquiz waren nun, nach dem Weggang von Olmos und Bikialo der Bassist Jannick Top (mit Unterbrechungen von 1973 bis 1975), der Bassist Bernard Paganotti (ab Januar 1975 teilweise im Wechsel mit Top), der Keyboarder Benoît Wideman (ab Januar 1975, mit Unterbrechungen) und der Gitarrist Gabriel Federow (1975). Auch Bikialo, Graillier und Garber spielten 1975/76 zeitweise wieder mit Magma.

Ab den späten 1970er Jahren wurde es ruhiger um Magma, Ende der siebziger Jahre löste sich die Band sogar kurzzeitig auf. Zum zehnjährigen Bandjubiläum fanden 1980 dann mehrere Konzerte mit Musikern aus den verschiedenen früheren Besetzungen statt. Die beiden dabei entstandenen, Retrospektïw betitelten Alben von 1981 enthalten Aufnahmen der Jubiläumskonzerte. Eine stabile Besetzung bildete sich allerdings auch jetzt nicht heraus, feste Mitglieder blieben lediglich Christian und Stella Vander, Benoît Wideman, die Bassisten Jean-Luc Chevalier und Dominique Bertram (die zur gleichen Zeit zu zweit Bass spielten) der Sänger Guy Khalifa und die Sängerin Lisa Deluxe. Das 1984 erschienene Studioalbum Merci enthielt erstmals Anklänge an Disco und Funk. Es wurde von Christian und Stella Vander, Wideman, Khalifa, Deluxe dem Schlagzeuger Francois Laizeau und dem Bassisten Marc Eliard eingespielt. Die Texte waren nur noch partiell in Kobaïanisch, meist jedoch englisch und französisch. Außergewöhnlich für dieses Album ist auch, dass Christian Vander sich neben der Produktion auf Gesang und Klavier beschränkte und seinen angestammten Platz am Schlagzeug Leizeau überließ. Trotz der mitunter quirligen Melodien wurde im Pressetext darauf hingewiesen, dass die Stücke von Merci alle den Tod zum Thema haben. Mit Ooh ooh baby, dem funkigsten und vielleicht in der gesamten Bandgeschichte am wenigsten charakteristischen Titel, wurde auch erstmals eine Single ausgekoppelt, die jedoch keinen kommerziellen Erfolg hatte.

Nach dem Ende Magmas (1984 bis 1995)

In der Folgezeit erschienen zahlreiche Alben nur unter dem Namen Christian Vanders, bei denen jedoch auch meist Magma-Musiker beteiligt waren, und die sich klanglich teilweise nahtlos in das Magma-Gesamtwerk einfügen (z. B. die beiden Offering betitelten Doppel-LPs von 1986 und 1990 oder auch schon 1974 mit Tristan et Iseult/Wurdah Ïtah). 1987 gründeten Christian und Stella Vander die Plattenfirma Seventh Records. Unter dem Namen Magma erschienen, mit Ausnahme eines Konzerts von 1993, für über zehn Jahre allerdings lediglich nachveröffentlichte Live-Aufnahmen aus den 1970er und frühen 1980er Jahren.

Comeback (1996 bis heute)

Anfang der neunziger Jahre traten Christian und Stella Vander mit einer siebenköpfigen Gesangsgruppe auf, die nur spärlich begleitete Versionen klassischer Magma-Stücke interpretierte. Zu den Sängerinnen gehörte auch Isabelle Feuillebois, die später einer neuen Magma-Besetzung angehören sollte. Diese Konzerte sind auf der CD Les Voix dokumentiert.

Um 1996 formierten Christian und Stella Vander mit Feuillebois und Musikern der Magma-Coverband Don’t Die eine verjüngte neue Besetzung, mit der sie ihr altes Material neu einstudierten und erneut als Magma auf Tournee gingen. Die Besetzung war die bis heute stabilste: ihr gehörten neben den Genannten die Sänger Antoine und Himiko Paganotti (die Kinder des ehemaligen Magma-Bassisten Bernard Paganotti), der Gitarrist James MacGaw, der Keyboarder Emmanuel Borghi und der Bassist Philippe Bussonet an. Inzwischen schon lange zur obskuren Kultband avanciert, war die Band sofort gerne gesehen auf zahlreichen Konzerten. In Deutschland waren Magma Ende der 1990er u.a. auf dem Burg-Herzberg-Festival sowie seit 2001 mehrfach im Rahmen der Aktivitäten der Musikinitiative FreakShow Würzburg (Konzerte als Einzelinterpret in der Würzburger St.-Johannis-Kirche, insbesondere aber im Line-Up des FreakShow Artrock-Festivals)[1] zu sehen.

1998 erschien mit der Single Floe Essi/Ektah erstmals seit 1984 neu eingespieltes Material der Band. Im Jahr 2004 legten Magma mit K.A dann ein neues Album vor, das ein Stück aus den siebziger Jahren rekonstruiert und daher stilistisch direkt an die klassische Phase der Band Mitte der 70er Jahre anschließt (und erneut kobaïanische Texte aufweist). Die kurz darauf erfolgte Veröffentlichung Uber Kommandoh ist eine nicht-autorisierte Kompilation. Ab 2006 setzte die Gruppe ihr Rekonstruktionswerk fort und arbeitete an Emëhntëht-Rê, einem albumfüllenden Stück, das 2009 ihre zweite Alben-Trilogie vervollständigte.

Im Februar 2008 gab Stella Vander an, dass die Paganotti-Geschwister und Emmanuel Borghi die Band verlassen haben. Gründe wurden nicht genannt.

Stil:

Die stark von monolithischer rhythmischer Komplexität und geringer melodischer Modulation geprägte, monotone Musik Magmas zeichnet sich von Beginn an durch ausgeprägte Einflüsse von Carl Orff (auf musikalischer Ebene) und John Coltrane (auf spiritueller Ebene, wie Vander betont) aus. Sie wird von der Rhythmusgruppe dominiert, die von E-Piano und Bläsern unterstützt wird. Im Laufe der Bandentwicklung blieb die Gruppe dieser originären Klangmischung treu, der Gesangspart entwickelte sich dabei immer mehr in Richtung ekstatischem, komplexem mehrstimmigen Chorgesang, so dass gleichzeitig bis zu sechs Sängerinnen und Sänger beteiligt waren.

Christian Vanders prägnanter Schlagzeugstil dominiert bis heute die meisten Stücke, er komponierte den Löwenanteil der Musik und er tritt häufig auch als Sänger in Erscheinung. Sein Schlagzeugspiel ist stark vom Jazz-Schlagzeuger Elvin Jones beeinflusst.

Kennzeichnend für Magma wurden ausufernd lange Kompositionen mit vertrackter Rhythmik, die den philosophischen und futuristischen Inhalt weniger mit Science-Fiction-Klängen, sondern mehr in theatralischer und emotionaler Form umsetzen.

Mythos von Kobaïa

Die Musik Magmas erzählt Mythen von dem fiktiven Planeten Kobaïa, der von ausgewanderten Erdenbewohnern kolonisiert wurde. Die beiden ersten Alben der Band beschreiben die Reise nach Kobaïa, die Erleuchtung und die Rückkehr der Astronauten auf eine dem Untergang geweihte Erde. Erlösung verspricht der Glaube an eine Kreuhn Kohrman genannte Lichtgestalt, die die Menschheit aus dem Theusz Hamtaahk, dem Zeitalter des Hasses, führt. Die Trilogie Theusz Hamtaahk beschreibt eine Konfrontation zwischen Erdenbürgern und Kobaïanern, die zweite Trilogie aus den Alben Köhntarkösz, K.A und Ëmëhntëhtt-Rê berichtet von einer Verbindung des frühen Ägypten mit den Kobaïanern. Die Mythologie ist stark von dem esoterischen Buch Urantia beeinflusst, einer Art Pseudo-Bibel, die religiöse Elemente unterschiedlichsten Ursprungs mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Science Fiction verbindet.

Christian Vander und Klaus Blasquiz entwickelten die Kunstsprache Kobaïanisch (frz. Kobaïen), in der die meisten Texte der Band vorgetragen werden. Auch tragen die Mitglieder der Gruppe oft kobaïanische Namen, darunter Zebëhn Straïn dë Ğeuštaah, etwa ['zebɛn ʃtrain dɛ 'gœʃta] (Christian Vander), Klötsz Zaspïaahk, [klots 'zas'pjak] (Klaus Blasquiz) oder Ẁahrğenuhr Reuğhelem/ësteh, etwa ['va:rgɛ'ny:r 'rœgɛlɛ'moʃtɛ:] (Bassist Jannick Top). Daneben sind die Texte auf den Plattenhüllen ebenfalls oft in der Sprache des Planeten verfasst. Auch die Genrebezeichnung Zeuhl ist dem Kobaïanischen entlehnt. Zeuhl oder Zeuhl Wortz ([zœl vorts]) bedeutet ‚himmlische Musik‘, ‚Musik der allumfassenden Macht‘. Kobaïanisch (oder eine seiner Varianten) wurde über die Jahre zum wichtigen Stilmerkmal des Zeuhl, auch bei anderen Bands wie etwa Weidorje, Koenjihyakkei, Zoïkhem oder Ruins.

Dem Musikjournalisten Siegfried Schmidt-Joos erschien das Kobaïanische in seinem 1973 erschienenen Rock-Lexikon als „eine rückwärts gesprochene Melange aus deutschen und slawischen Sprachbrocken“, tatsächlich entwickelten Vander und Blasquiz die Sprache aber aus dem im Jazz verbreiteten Scat-Gesang, einer Art improvisiertem Singen von rhythmisch und melodisch aneinandergereihten lautmalerischen Silbenfolgen ohne semantischen Gehalt (Bedeutung). Die von Vander und Blasquiz gesungenen Silbenfolgen verdichteten sich nach und nach zu wiederkehrenden Mustern, denen in der Folge Bedeutungen zugewiesen wurden:

ëmgalaï: Apokalypse
glao: Blut
hamataï: begrüßen, Gruß; auch: sei gegrüßt!
hamtaahk: Hass
hündïn: ewig
kreuhn: Übergeordnetes Wesen, Gott
ẁurdah: Tod
theusz: Zeit
zeuhl wortz: himmlische Musik

Einige Wörter scheinen nach französischem bzw. lateinisch/griechischem Vorbild gebildet zu sein, wie z. B.:

dëstruktïẁ: Zerstörer
klawiehr: Klavier, Keyboard
kömmandöh: Kommando
mëkanïk: Bewegung
zeuhl: Himmel (franz. ciel)

Allerdings lassen sich lediglich semantische Strukturen identifizieren, Kobaïanisch scheint keinerlei Grammatik aufzuweisen. So bedeutet theusz „Zeit“, hamtaahk „Hass“, und die Verbindung theusz hamtaahk „Zeit des Hasses“. Wie oder ob der Genitiv markiert wird, ist unklar (evtl. durch Wortstellung, Betonung oder Melodie).

Der Beginn des Textes zu Magmas Magnum opus Mëkanïk Dëstruktïẁ Kömmandöh lautet beispielsweise:

Lah ẁortz rëišfünk dëh ẁërëstëgëuhnzür ünd dëh bündëhr drakeïdah kömmandöh ẁürdï hëul zortsüng. Hurẁah dëh zün Hurẁah dëh Zëbëhn Hurẁah dëh Ğëuštaah Hurẁah dëh ğlëšt Hurẁah dëh kümpkah Hurẁah dëh Hürẁah Hurẁah Kamkaï!

Einfluss und Bedeutung

Magmas Einfluss auf die französische Musikszene sowohl des (Progressive) Rock als auch des Jazz ist groß. Zahlreiche bedeutende Musiker aus diesen Bereichen (Jannick Top, Bernard Paganotti, Teddy Lasry) sammelten bei Magma Erfahrungen, die sie später in eine sich neu entwickelnde Musikszene einbrachten. Zudem begründete die Band praktisch im Alleingang den Zeuhl, ein Subgenre des Progressive Rock, dem heute weltweit zahlreiche Bands zuzurechnen sind. Dies umfasst zunächst Bands, die von den zahlreichen im Verlauf der Bandgeschichte involvierten Musikern gegründet wurden (Weidorje, Zao) und weitere französische Bands wie Dün, Eskaton, Shub-Niggurath oder Zoïkhem, aber auch Bands aus England (Guapo) und Belgien (Univers Zéro, Present). Vor allem in Japan wurde das Genre weiterentwickelt und mit Elementen aus Hard Rock, Heavy Metal und Jazz angereichert (Bondage Fruit, Koenjihyakkei, Ruins). Die Protagonisten des Zeuhl bedienen sich dabei nicht nur der von Magma entwickelten Stilelemente, sondern auch gerne des Kobaïanischen oder einer Variante desselben (s. u.).

Diskografie:
Studioalben:

1970 – Magma (Wiederveröffentlichung als Kobaïa)
1971 – 1001° Centigrades
1973 – Mekanïk Destruktïw Kommandöh
1974 – Ẁurdah Ïtah
1974 – Köhntarkösz
1976 – Üdü Ẁüdü
1977 – Attahk
1984 – Merci
1989 – Mekanïk Kommandöh
2004 – K.A
2009 – Ëmëhntëhtt-Rê
2012 – Félicité Thösz
2014 – Riah Sahiltaahk
2015 – Slag Tanz

Live-Alben:
1975 – Live (Hhai)
1976 – Inédits
1981 – Retrospektïẁ 1-2
1981 – Retrospektïẁ 3
1984 – Concert Bobino 1981
1992 – „Les Voix“ Concert 1992
1996 – Concert 1971 Bruxelles – Théâtre 140
1996 – Theatre du taur Concert – Toulouse 1975
1996 – Concert 1976 Opéra de Reims
1999 – BBC 1974 Londres
2001 – Theusz Hamtaahk Trilogie
2008 – Bourges 1979
2009 – Live in Tokyo

Live-DVDs:
2001 – Theusz Hamtaahk Trilogie
2004 – Concert Bobino 1981
2006 – Mythes et légendes Volume I
2006 – Mythes et légendes Volume II
2007 – Mythes et légendes Volume III
2008 – Mythes et légendes Volume IV
2013 – Mythes et légendes Volume V

Kompilationen:
1997 – Kompila
1998 – Flöë Ëssi / Ëktah
1998 – Simples
2008 – Studio Zünd
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Do 22. Okt 2015, 09:51

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BBS:

Bemerkungen:

Die französische Kultband Magma dürfte eine der wenigen Prog-Formationen sein, die - neben einer eigenen Kunstsprache, Kobaianisch - ein spezielles Genre quasi im Alleingang geschaffen hat: Zeuhl, was auf Kobaianisch etwa "himmlische Musik" bedeutet.

Magmas Musik wurde schon als "klingonische Oper" und als Coltrane trifft Carl Orff beschrieben: hypnotische, repetitive Strukturen, Einflüsse von Jazz, osteuropäischer Folklore und moderner Klassik, massive Chorvocals in einer erfundenen Sprache und eine Weltklasse-Rhythmus-Abteilung, geführt durch Schlagzeugderwisch und Bandleader Christian Vander und getragen vom kraftvollen, grollend-agressiven Bass von Jannick Top oder Bernard Paganotti kennzeichen die Hochphase der Band von ca. 1973-1977.

Anfangs klangen Magma ein bisschen wie eine französische Ausgabe von Soft Machine, später versuchten sie sich auch mit gemischtem Erfolg an der Auflockerung ihrer Musik mit Funk-, Disco- und Soul-Elementen, aber immer bewahrten sie ihren eigenen Stil, der das Publikum spaltet wie kaum eine andere Band aus dem "Mainstream"-Progbereich.

Heutzutage (2002) tourt Christian Vander relativ regelmässig mit einer verjüngten Version der Band, die grandiose, mitreissende Konzerte mit dem bekannten Material gibt. Nur auf neue Studiokompositionen wartet die Fanschar leider seit etlichen Jahren vergeblich.
(Udo Gerhards)


BBS:
Leitfaden: Magma-Eintrag im Leitfaden "Zeuhl"
Magma sind die Begründer des Zeuhl! Schon vom ersten Album an kreierten sie eine eigene, unverkennbare Musik. Beeinflußt von Orff, Coltrane und Soft Machine schilderten sie die Geschichte des Planeten Kobaia und seiner Bewohner - einschließlich eigener Sprache.

Waren die ersten beiden Platten noch mehr oder weniger Gruppenwerke mit einer starken Bläsersektion, übernahm Vander mit Mekanïk Destruktïw Kommandöh das alleinige Kommando. Diese LP ist einer der Meilensteine im Klanguniversum Magmas. Die lange, über zwei LP-Seiten gehende Suite verknüpft hypnotische, immer wiederkehrende Muster mit bombastischen Chor- und Einzelgesängen. Dazu kommen wüste Ausbrüche von Bläsern, Gitarre, Schlagzeug oder Bass - kurz, diese Platte bietet alles, was Magma so unvergleichlich macht. Wer die Komposition ruhiger, weniger stark instrumentiert liebt, greift zur Jahre später veröffentlichten Urversion "Mekanïk Kommandöh".

Trotz ständiger Umbesetzungen konnte die Gruppe ihr hohes Niveau halten, was das 1975 erschienene Livedoppelalbum Live (Hhai) zeigt. Hier bieten Magma neben einer wesentlich kraftvolleren Live-Version ihres Köhntarkösz-Albums auch kürzere Stücke bzw. Auszüge vom M.D.K-Album. Besonders überzeugen bei dieser Aufnahme das famose Spiel des Bassisten Paganotti und die Geige Lockwoods.

Nach dieser Veröffentlichung wird die Bandgeschichte etwas unübersichtlich. Die Gruppe reduzierte sich auf den Kern Vander, Blasquiz, Paganotti. Gleichzeitig gab es wieder Kontakte zum ehemaligen Bassisten Jannick Top, was zur Formierung von Vandertop führte, eigentlich Magma mit neuem/altem Bassisten.

1976 erschien dann unter dem Titel Üdü Wüdü ein neues Magma-Studioalbum. Neben dem Stück "Weidorje", mit dem die gleichnamige Band des nunmehrigen Ex-Bassisten Paganotti gewürdigt wurde, dominieren hier Kompositionen von Jannick Top, besonders die Bassorgie "De futura", ein Stück, das Vorbild für viele Zeuhlbands wurde.

Im gleichen Jahr erschien mit "Inedits" ein Sampler mit Livestücken, bevor 1977 Magmas Studio-LP "Attahk" auf den Markt kam, eine Abkehr von den langen Suiten hin zu kürzeren Stücken, immer noch magmatypisch, aber eingängiger, mit Einflüssen aus Soul und anderen Stilen.

Danach waren Magma eine reine Tourband in ständig wechselnden Besetzungen. Anfang der achtziger Jahre erschienen insgesamt drei LPs unter dem Titel "Retrospektïw" mit Liveauftritten aus dem Olympia in Paris mit vielen Ex-Mitgliedern.

Erst 1984 kam mit "Merci" das für lange Zeit letzte Studioalbum auf den Markt, das allerdings mit dem klassischen Magma-Stil wenig gemeinsam hatte. Vander gab auf seinem eigenen Label unter dem Titel "Akt" diverse Liveauftritte Magmas heraus, gründete die eher akustische Band Offering, die Magma-Stilelemente weiterführte. Vander spielte parallel auch in verschiedenen Jazz-Formationen (Fusion, Christian Vander Trio) oder solo.

Ende der neunziger Jahre erschien mit der Single "Floe Essi/Ektah" ein neues Lebenzeichen einer verjüngten Magma-Formation, die auch regelmäßig auf Tour ging und die großen Suiten der 70er wieder zur Aufführung brachte. Im November 2004 erschien nach zwanzig Jahren Pause ein neues Studioalbum namens "K.A".
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Do 22. Okt 2015, 10:02

Alle von BBS besprochenen Veröffentlichungen von Magma:

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magma 10.75 4
1971 1001° Centigrades 9.20 5
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Üdü Wüdü 10.00 2
1976 Inédits 7.50 2
1977 Attahk 9.00 3
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1984 Merci 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1998 Simples 4.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2001 Theusz Hamtaahk Trilogie 15.00 5
2004 Uber Kommandoh - 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2006 Mythes et légendes Volume I (DVD) 14.00 3
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.00 3
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.50 2
2008 Studio Zünd - 1
2008 Mythes et légendes Volume IV (DVD) 11.00 1
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.00 1
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Do 22. Okt 2015, 10:06

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Informationen:

Allgemeine Angaben:
Erscheinungsjahr: 2008 (Box mit allen Magma-Studio-Alben plus Doppel-CD mit Bonus-Archiv-Material)
Besonderheiten/Stil: Zeuhl
Label: Seventh Records
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Tracklist:
Disc 1
(Magma - CD 1)
1. Kobaïa 10:09
2. Aïna 6:15
3. Malaria 4:20
4. Sohïa 7:41
5. Sckxyss 2:47
6. Auraë 10:52
Gesamtlaufzeit 42:04

Disc 2
(Magma - CD 2)
1. Thaud Zaïa 7:00
2. Naü Ektila 12:55
3. Stöah 8:08
4. Müh 11:17
Gesamtlaufzeit 39:20

Disc 3
(1001° Centigrades)
1. Riah Sahiltaahk 21:51
2. "Iss" Lansei Doia 11:46
3. Ki Iahl O Liahk 8:20
Gesamtlaufzeit 41:57

Disc 4
(Mekanïk Destruktïw Kommandöh)
1. Hortz Fur Dehn Stekehn West 9:36
2. Ima Suri Dondai 4:30
3. Kobaia Is De Hundin 3:33
4. Da Zeuhl Wortz Mekanik 7:30
5. Nebehr Gudahtt 6:03
6. Mekanik Kommandoh 4:09
7. Kreuhn Kohrmahn Iss De Hundin 3:13
Gesamtlaufzeit 38:34

Disc 5
(Wurdah Ïtah)
1. Malawelakaahm 3:37
2. Bradia Da Zimehn Iegah 2:17
3. Maneh Fur Da Zess 1:37
4. Fur Dihhel Kobaia 4:55
5. Blum Tendiwa 3:25
6. Wohldunt Miem Deweless 3:31
7. Wainsaht !!! 2:29
8. Wlasik Steuhn Kobaia 2:47
9. Sehnnteht Dros Wurdah Sums 3:25
10. C'est La Vie Qui Les A Menes La 5:00
11. Ek Sun Da Zess 5:00
12. De Zeuhl Undazir 2:16
Gesamtlaufzeit 40:19

Disc 6
(Köhntarkösz)
1. Kohntarkosz (Part I) 15:22
2. Kohntarkosz (Part II) 15:55
3. Ork Alarm 5:28
4. Coltrane Sundia 4:11
Gesamtlaufzeit 40:56

Disc 7
(Üdü Wüdü)
1. Üdü Wüdü 4:10
2. Weidorje 4:30
3. Troller Tanz (Ghost Dance) 4:30
4. Soleil D'Ork (Ork's Sun) 3:50
5. Zombies (Ghost Dance) 4:10
6. De Futura 18:00
7. Ementeht Re (extrait no.2) 3:12
Gesamtlaufzeit 42:22

Disc 8
(Attahk)
1. The Last Seven Minutes 7:00
2. Spiritual (Negro Song) 3:17
3. Rind-e (Eastern Song) 3:07
4. Liriik Necronomicus Kahnt 4:59
5. Maahnt (Wizard's Fight vs.The Devil) 5:29
6. Dondai (To An Eternal Love) 7:59
7. Nono 6:17
Gesamtlaufzeit 38:08

Disc 9
(Merci)
1. Call from the dark 7:20
2. Otis 5:20
3. Do the music 4:25
4. Otis (ending) 1:25
5. I must return 6:32
6. Eliphas Levi 11:15
7. The night we died 3:40
Gesamtlaufzeit 39:57

Disc 10
(K.A)
1. K.A I 11:13
2. K.A II 15:54
3. K.A III 21:51
Gesamtlaufzeit 48:58

Disc 11
(Bonus: Archïw I)
1. La Foule 4:38
2. Blues de v. 6:30
3. Fête foraine 2:47
4. Pascale 2:42
5. Ourania 8:48
6. Kalimouna (extrait) 0:43
7. Africe Anteria 7:05
8. Mekanïk Destruktïw Kommandöh 34:35
Gesamtlaufzeit 67:48

Disc 12
(Bonus: Archïw II)
1. Kobaïa 8:53
2. Aïna 5:20
3. Malaria 3:49
4. Sckxyss 2:47
5. Auraë 9:47
6. Thaud Zaïa 5:55
7. Naü Ektila 13:46
8. Müh 1:11
9. Eliphas Levi 9:35
Gesamtlaufzeit 61:03

von: Udo Gerhards

Anlässlich ihrer runden Band-Geburtstage lassen sich Magma meist etwas besonderes einfallen. Nachdem zum 30. und 35. Jubiläum ausführliche Live-Feierlichkeiten stattfanden, die anschließend über CD- und DVD-Veröffentlichungen dokumentiert wurden, gibt es zum 40. eine opulente Wiederveröffentlichung: Sämtliche 9 Studio-Alben in einer nobel augemachten 12-CD-Box namens "Studio Zünd", ergänzt durch eine Bonus-Doppel-CD mit unveröffentlichtem Material. Sämtliche CDs, vom 1970er Debüt "Magma" bis zu "K.A" aus dem Jahr 2004, wurden dabei jeweils mit einer neuen Digipak-Verpackung versehen und durch ausführliche Booklets ergänzt, die die Geschichte der entsprechenden Magma-Phase in Text und Bild dokumentieren. Neben Essais verschiedener Autoren enthalten diese Booklets auch ausführliche Erinnerungen von Magma-Schlagzeuger und -Bandchef Christian Vander. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Texte sowohl auf Französisch als auch auf Englisch abgedruckt sind; bisher nahmen Magma-Veröffentlichungen i.d.R. nämlich wenig Rücksicht auf alle, die des Französischen nicht mächtig sind. Die einzige CD der Box, die leider nur mit französischem Texten kommt, ist - ausgerechnet - die Doppel-Bonus-CD.

Für weitere Informationen zu den Studio-Alben können wir an dieser Stelle auf die jeweiligen babyblauen Besprechungen verweisen: Leider wurden diese für die "Studio Zünd"-Ausgaben weder soundtechnisch überarbeitet noch um jeweils passendes Bonus-Material aus der entsprechenden Band-Epoche ergänzt. Sämtliches "neues" Material befindet sich also auf der Bonus-Doppel-CD namens "Archïw I" und "Archïw II", die nicht separat vom Boxset erhältlich ist.

"Archïw I" beginnt gleich mit dem wohl bemerkenswertesten Bonus-Material, dem bis dato unveröffentlichten Soundtrack zu einem obskuren Film namens "24 heures seulement", der 1970 von der ersten Magma-Besetzung eingespielt wurde. Diese sieben Stücke in sehr guter Klangqualität mit einer Laufzeit von etwa 33 Minuten zeigen Magma wesentlich mainstreamiger, als es ihr späterer Sound war: Vieles davon klingt deutlich bluesiger und jazzrockiger als sogar ihr noch eher verdauliches Debüt-Album, in etwa so, als habe man die frühen Blood, Sweat & Tears mit den mittleren Soft Machine gekreuzt. "Archïw I" enthält außerdem eine vollständige Studio-Demo-Aufnahme des Magma-Meisterwerks "Mekanïk Destruktïw Kommandöh" in kleiner Besetzung und mit nur minimalem Gesangsbeitrag.

"Archïw II" beginnt mit den Demos zur ersten Magma-LP, die von einer Azetat-Platte gemastered wurden. Dementsprechend ist die Klangqualität hier etwas bescheidener, aber für die Art der Quelle zufriedenstellend. Musikalisch fügen diese Demos dem später veröffentlichten Album aber wenig hinzu. Außerdem findet sich auf "Archïw II" noch eine alternative Version von "Eliphas Levi", des besten Stücks vom 1984er Album "Merci", das hier im Gegensatz zur veröffentlichten Fassung mit Schlagzeug dargeboten wird, was den Charakter der Nummer deutlich ins Jazzige verschiebt und so für Fans eine interessante Konstrastaufnahme darstellt.

Nicht ganz klar wird, an wen sich "Studio Zünd" letzten Endes wendet: Beinharte Magma-Fans müssen sie sich wegen des nicht anderweitig erhältlichen Bonus-Materials wohl zulegen, dürften sich aber darüber ärgern, dass sie abgesehen von diesen zwei CDs sowie den Booklet-Texten und -Photos kaum Mehrwert geboten bekommen. Neueinsteiger ins Magma-Universum dürften angesichts des zwar gerechtfertigen, aber nicht allzu günstigen Preises nicht unbedingt zu "Studio Zünd" greifen. Wer andererseits bereits mit Magma vertraut ist, etwa über ihr umfangreiches Live-Oevre, aber noch nicht sämtliche Studio-Alben besitzt, findet so aber einen guten Weg, seine Sammlung über eine sehr ansehnliche Box zu komplettieren.
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Fr 23. Okt 2015, 08:32

jfk:
MAGMA: KÖHNZERT ZÜND 12CD-BOX
Bild

VÖ: 13.11.2015
Anfang November erscheint Köhnzert Zünd", die ultimative Livebox der Urväter des Zeuhl, Magma. Eine 12-CD-Box mit Liveaufnahmen aus den Jahren 1975 bis 2011, dazu ein 80-seitiges Booklet.
(Info: BBS)

Inhalt:
MAGMA LIVE KÖHNTARK – 1975 - remasterisé
MAGMA LIVE HHAÏ – 1975 - remasterised
RETROSPEKTIW 1 – 1980 - remasterised
RETROSPEKTIW 2 – 1980 - remasterised
RETROSPEKTIW 3 – 1980 - remasterised
TRIANON THEUSZ HAMTAAHK – 2000 - remixed
TRIANON WURDAH ITAH – 2000 - remixed
TRIANON MEKANIK DESTRUKTIW KOMMANDOH – 2000 - remixed
TRITON ZELEKT ZUND 1 – 2005 - remastered audio version
TRITON ZELEKT ZUND 2 – 2011 - remastered audio version
ALHAMBRA 1 – 2009 – fully unpublished concert
ALHAMBRA 2 – 2009 – fully unpublished concert

A SUMPTUOUS BOX SET ANTHOLOGY OF MAGMA LIVE RECORDINGS INCLUDING TWO DISCS OF PREVIOUSLY UNISSUED MATERIAL Köhnzert Zünd collects together all the group s official live releases, recorded between 1975 and 2000. Two more CDs contain extracts from concerts between 2005 and 2011, and another two feature unpublished tracks from an unforgettable concert given in 2009 at the Paris Alhambra. Total time: 9hrs 22mins. 'Above all, live performance is a ceremony to which all are invited. Then musicians and audience are one. It is a communion of souls and spirit, a magic moment. Sometimes everlasting…' CHRISTIAN VANDER

Format: CD | BestellNr.:20620 | Preis: € 109,99
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » So 17. Jan 2016, 19:10

1970 Magma oder Kobaïa
Bild

Besetzung:
Christian Vander drs,voc
Klaus Blasquiz vocals
Francois Cahen piano
Claude Engel gtr
Paco Charlery trumpet
Richard Raux sax/flute
Francis Moze bass
Teddy Lasry clarinet

Tracklist:
Disc 1

1. Kobaïa (C.Vander) 10:09
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=TAtaaxb2TVU[/bbvideo]
2. Aïna (C.Vander) 6:15
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=soLoJqgzXTo[/bbvideo]
3. Malaria (C.Vander) 4:20
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=Up0w8rgNe40[/bbvideo]
4. Sohïa (T.Lasry) 7:41
5. Sckxyss (F.Cahen) 2:47
6. Auraë (C.Vander) 10:52
Gesamtlaufzeit: 42:04
Disc 2

1. Thaud Zaïa (C.Engel) 7:00
2. Naü Ektila (L.Thibault) 12:55
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=oaE5uAFo6BM[/bbvideo]
3. Stöah (C.Vander) 8:08
4. Müh (C.Vander) 11:17
Gesamtlaufzeit: 39:20

von: Udo Gerhards

1969 war der französische Jazzschlagzeuger Christian Vander auf der Suche nach Musikern, die mit ihm gemeinsam spirituell sowie intellektuell befriedigende und erfüllende Musik kreieren und spielen wollten, ganz nach dem Vorbild des von ihm so bewunderten John Coltrane und sich von der von ihm als leer empfundenen zeitgenössischen französischen populären Musik absetzend. Er fand solche Mitstreiter in der Pariser Szene, z.B. in der Bläsergruppe Johnny Hallydays(!). Da Vander die französische Sprache für seine Vision als zu wenig ausdrucksstark empfand, erfand er kurzerhand seine eigene und mit dieser ein utopisches Science-Fiction-Szenario, das sowohl die Sprache erklärte als auch seine spirituellen Ziele erläuterte. Den ersten Teil dieses Mythos, die Reise zum Planeten Kobaïa, erzählt das erste "Magma"-Album, das manchmal auch mit "Kobaïa" benannt wird:

Ferne Zukunft. Die Erde ist im Chaos versunken und Leben und Zivilisation stehen kurz vor der Zerstörung. Eine kleine Gruppe Erdlinge macht sich mit einem Zwischenstop auf dem Planeten Malaria auf zum fernen Planeten Kobaïa, zu dem sie schliesslich gelangen und dort Glück und Schönheit finden. Schliesslich kehrt eine Gruppe von Abgesandten von Kobaïa zurück zur Erde, um dort die frohe Botschaft von Kobaïa zu verkünden; die Botschafter werden aber von den auf der Erde zurückgebliebenen feindlich empfangen und kehren wieder nach Kobaïa zurück.

Die Musik zu beschreiben, fällt mir erstaunlich schwer. Auf jeden Fall wird das Science Fiction-Konzept nicht mit blubbernden Synthies und futuristischen Sounds umgesetzt, sondern der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem emotionalen Gehalt der Geschichte, der in engagiertem Gruppenspiel und intensiven Vocals transportiert wird. Es gibt in den meist vielteiligen, ausladenden Songs schon die später so Magma-typischen hymnischen kobaïanischen Gesänge (siehe z.B. das stampfende "Stöah") in ausgeprägter Rhythmik, wenn auch nicht im Chor, sondern meist von Klaus Blasquiz alleine. Dazu Vanders kraftvoll treibendes Schlagzeugspiel, viele komplex auskomponierte quietschig meckernde Bläsersatz-Stellen (vor allem Sax, aber auch etwas Trompete und Flöte), die heute vielleicht etwas antiquiert klingen, außerdem jazzige Soli, denen man immer wieder die Coltrane-Inspiration (monotone Begleitungsfiguren a la "A Love Supreme") anhören kann. Ein möglicher Vergleichspunkt für manche Songs (z.B. Teddy Lasrys "Sohïa") sind die zeitgenössischen "Soft Machine" mit "Third". Aber auch andere Einflüsse werden verarbeitet, z.B. kann man aus "Auraë" durchaus heraushören, dass Vanders Vater ein Zigeuner-Geiger war. Claude Engels "Thaud Zaïa" hingegen weist deutliche moderne Klassik-Einflüsse auf, und "Naü Ektila" von Produzent Laurent Thibault überrascht mit ansonsten vollkommen "Magma"-untypischer sanfter Akustikgitarre und Oboe, während in Vanders "Müh" plötzlich ein kurzer fast latin-mässiger Groove auftaucht.

Die relative Sound-Vielfalt des Albums liegt sicher auch darin begründet, dass hier Christian Vander noch nicht zur alleinigen Führungsperson der Band aufgestiegen war. Zwar zeigt er sich mit sechs von zehn Stücken schon als Hauptkomponist, aber auch vier andere Bandmitglieder beteiligen mit eigenen Kompositionen.

"Magma / Kobaïa" ist vielleicht noch nicht das definitive Zeugnis dieser grossen Band, die mit den folgenden Alben ihren Sound auch radikal veränderte, aber ein auch heute immer noch intensives, originelles, vielseitiges Album, das den Startpunkt für eine einflussreiche und einzigartige Gruppe und Vision markierte.
Anspieltipp(s): Kobaïa
Vergleichbar mit: Teils Soft Machine
Tschüß
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Re: MAGMA

Beitrag von colonyslipperman » Mo 18. Jan 2016, 13:01

ich liebe die Musik von MAGMA, meine Lieblingsalben:

- Mekanïk Destruktïw Kommandöh
- Köhntarkösz
- Live (Hhai) sowie
- Theusz Hamtaahk Trilogie

habe sie mal live erleben dürfen, es ist ein bis heute
unvergessenes Konzerterlebnis, Wahnsinn!
Digitalcracks haben bestimmt Recht,
für mich geht aber trotzdem nichts über analoge Tonreproduktion.
*** Rettet das Ikea Expedit Regal! ***

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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Mo 18. Jan 2016, 17:11

live habe ich sie dreimal auf Burg Herzberg & vor zwei Jahren auf der Lorelay gesehen!!!
Tschüß
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Re: MAGMA

Beitrag von nixe » Mi 10. Feb 2016, 12:17

1971 1001° Centigrades
Bild[thumbnail]http://magma.fan.free.fr/cov01/mag02ar.jpg[/thumbnail]
Allgemeine Angaben:
Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Zeuhl
Label: Seventh records
Durchschnittswertung: 9.2/15 (5 Rezensionen)
http://babyblaue-seiten.de/index.php?al ... ws&alpha=m
Besetzung:
Christian Vander dr, voc
Louis Toesca trumpet
Klaus Blasquiz vocals, percussion
Francois Cahen piano
Francis Moze bass
Teddy Lasry clarinet
Jeff Seffer saxes

Tracklist:
1. Riah Sahiltaahk (C.Vander) 21:51
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=nd5m-V8CFI4[/bbvideo]
2. "Iss" Lansei Doia (T.Lasry) 11:46
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=XOgJOopN-aY[/bbvideo]
3. Ki Iahl O Liahk (F.Cahen) 8:20
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=qk3Bt1q3qx8[/bbvideo]
Gesamtlaufzeit: 41:57

von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)

"1001° Centigrades" ist die zweite "Magma"-Platte und gleichzeitig die letzte, bevor Schlagzeuger Christian Vander endgültig die Kontrolle in der Band übernahm.

Die komplette erste Hälfte der Platte beansprucht Vanders "Rïah Sahïltaahk", ein Epos, das schon viele der später so "Magma"-typischen Elemente einführte: kraftvoller Baß, stampfende Rhythmen, Rhythmus- und Harmoniefragmente, die ständig wiederholt werden, hymnischer, lithurgischer Gesang, peitschendes Schlagzeugspiel. Was diese Nummer von den späteren Platten unterscheidet, ist zum einen, das Klaus Blasqziz beim Gesang mehr oder weniger auf sich selbst gestellt ist und nicht von einem kleinen Chor unterstützt wird. Weiterhin klingen die Holzbläser (Klarinette, Sax, Flöte) einfach dünner und nicht so majestätisch wie zum Beispiel die machtvollen Posaunen auf "Mekanïk Destruktïw Kommandöh". Im Gegentum: ihre manchmal schleifende, gezogene Intonation würde besser zu einer Salon-Bigband passen als zu dieser düsteren Musik.

Das nachfolgende "'Iss' Lanseï Doïa" von Klarinettist/Saxophonist Teddy Lasry beginnt wie ein "Soft Machine"-Stück ca. "Third"/"Fourth": Baßostinato, E-Piano-Begleitung, swingender Rhythmus, darüber jazzige Bläser. Nach einer fast modern-kammermusikalischen Bläser-Kadenz kommt ein weiterer "Soft Machine"-artiger Teil, diesmal mit Gesang.

"Ki Ïahl Ö Lïahk" von Keyboarder François Cahen kombiniert die Einflüsse der beiden vorhergehenden Nummern in schrägen Bläserstellen, kraftvollem Klavier und sowohl fließenden als auch schroffen Rhythmen, verwandelt sich dann aber in eine recht herkömmliche Jazzrock-Nummer à la "If".

"1001° Centigrades" ist wohl kein "Magma"-Essential, aber eine interessante Station auf ihrem Weg zu einer der faszinierendsten und originellsten Bands der Siebziger Jahre.
Anspieltipp(s): Rïah Sahïltaahk, "Iss" Lanseï Doïa
Tschüß
nixe

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